Agoda-Bewertungen löschen – Tipps vom Anwalt
Falsche oder beleidigende Bewertungen auf Agoda müssen Sie nicht hinnehmen. Erfahren Sie, welche Rezensionen verboten sind und wie Sie diese löschen lassen.
Lesedauer: 12 Minuten


Auf Agoda können Gäste nicht nur Hotels buchen, sondern diese auch bewerten. Leider fällt das Feedback nicht immer wahrheitsgemäß aus.
Neben Beleidigungen und Schmähkritik sehen sich Unterkünfte auch mit falschen Behauptungen konfrontiert, die ihrer Reputation empfindlich schaden. Weniger Buchungen und Umsatzrückgänge können die Folge sein.
Die gute Nachricht: Nicht alle Bewertungen sind auf Agoda erlaubt. Verstößt eine Rezension gegen geltendes Recht, muss sie entfernt werden. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie gegen rechtswidrige Bewertungen vorgehen können.
Agoda-Bewertungen löschen – das Wichtigste zusammengefasst
- Gäste haben das Recht, ihre Erfahrungen auf Agoda zu teilen. Dies wird durch die Meinungsfreiheit gewährleistet. So dürfen Gäste z. B. schildern, wie zufrieden sie mit ihrem Zimmer oder dem Kundenservice waren.
- Nicht erlaubt sind hingegen Inhalte, die gegen geltendes Recht verstoßen: darunter Beleidigungen, Schmähkritik, üble Nachrede und Verleumdung.
- Auch Bewertungen ohne Kundenkontakt sind verboten.
- Werden rechtswidrige Bewertungen an Agoda gemeldet, muss das Portal sie prüfen und entfernen.
- Ein auf IT- und Medienrecht spezialisierter Rechtsanwalt hilft Ihnen, diesen Anspruch durchzusetzen. So sorgen Sie dafür, dass die Bewertung zuverlässig und innerhalb eines angemessenen Zeitraums gelöscht wird.
Was ist die Agoda Company Pte?
Agoda Company Pte ist eine Buchungsplattform für Hotels, die 1998 gegründet wurde und ihren Sitz in Singapur hat. Sie gehört – ebenso wie Booking.com – zur Booking Holdings. Agoda listet mehr als 2 Millionen Unterkünfte in mehr als 200 Ländern. Dazu zählen auch Hotels in Deutschland, wo Agoda ein eigenes Unternehmen betreibt: die Agoda International Germany GmbH.
Das Geschäftsmodell gleicht Plattformen wie Booking.com, Expedia und Hotels.com. Agoda.com vermietet selbst keine Zimmer, sondern übernimmt die Rolle eines Vermittlers. Für jede Hotelbuchung, die auf Agoda getätigt wird, erhält das Portal eine Provision. Eine weitere Einnahmequelle ist das Agoda Growth Programm. Unterkünfte können den Status als „Preferred Partner“ erwerben, um in den Suchergebnissen bevorzugt angezeigt zu werden.
Wie funktionieren Bewertungen auf Agoda?
Ähnlich wie Booking.com, AirBnB und Expedia nutzt Agoda ein geschlossenes Bewertungssystem. Das heißt: Nur Personen, die ein Zimmer auf Agoda.com gebucht haben, können eine Bewertung abgeben. Agoda verschickt dafür den Bewertungslink nach dem Check-Out per E-Mail.
Zuerst werden Gäste gefragt, ob sie die Unterkunft weiterempfehlen würden. Danach können sie Sterne in folgenden Unterkategorien vergeben:
- Preis-Leistung
- Lage
- Sauberkeit
- Personal
- Einrichtungen
1 Stern entspricht der schlechtesten Wertung (schrecklich), 5 Sterne der besten Wertung (exzellent). Agoda berechnet aus allen Wertungen einen Durchschnitt von 1 bis 10, der öffentlich angezeigt wird. Abschließend können Gäste angeben, ob sie allein oder mit anderen Personen verreist sind, und einen Bewertungstext schreiben.
Eine Besonderheit: Agoda stellt einen KI-Assistenten bereit, der auf Wunsch einen Text verfasst. Dieser Text darf jedoch nicht eins zu eins übernommen werden. Darüber hinaus ist es möglich, Bewertungen ohne Text zu veröffentlichen.
Wer darf eine Bewertung auf Agoda schreiben?
Agodas Bewertungssystem steht nicht allen Besuchern der Website offen. Nur verifizierte Gäste – also Kunden, die eine Unterkunft auf der Webseite Agoda.com gebucht haben – dürfen diese Unterkunft bewerten. So möchte Agoda die Authentizität von Rezensionen sicherstellen.
Sind Bewertungen im Fall einer Stornierung erlaubt?
Einen Sonderfall stellen Stornierungen dar. In diesem Fall werden Gäste nicht dazu eingeladen, eine Bewertung abzugeben. Ob eine Bewertung jedoch möglich ist, geht aus den Agoda-Inhaltsrichtlinien nicht deutlich hervor. Ein Blick in den Agoda Partner Hub deutet darauf hin, dass Bewertungen selbst im Fall einer Stornierung möglich sind – also wenn der Gast nicht erschienen ist.
Zum Vergleich: Ähnliche Portale (z. B. AirBnB) schränken bei einer Stornierung die Bewertungsfunktion ein, ohne sie komplett zu deaktivieren. Bewertet werden dürfen dann nur Aspekte wie die Kommunikation mit dem Gastgeber – nicht die Unterkunft selbst. Damit soll sichergestellt werden, dass die Rezension auf selbst gemachten Erfahrungen beruht.
Sind Bewertungen auf Agoda anonym?
Um die Privatsphäre von Rezensenten zu schützen, zeigt Agoda.com keine Klarnamen an. Öffentlich sichtbar sind lediglich folgende Infos:
- Vorname
- Art der Reise (z. B. allein oder zu zweit unterwegs)
- Art des Zimmers (z. B. privates Zimmer oder Schlafsaal)
- Anzahl und Monat der Übernachtung(en)
In manchen Fällen genügen diese Angaben, damit Unterkünfte den Verfasser identifizieren können – vor allem, wenn es im Zeitraum nur wenige Übernachtungen gab. Allerdings haben Rezensenten die Option, einen frei erfundenen Namen anzugeben. Persönliche Informationen wie die E-Mail-Adresse und Telefonnummer sind für Unterkünfte nicht sichtbar.
Zeigt Agoda externe Bewertungen an?
Viele Bewertungsportale blenden nicht nur interne Rezensionen ein – sondern auch externe Rezensionen, die von anderen Plattformen stammen. Agoda folgt dieser Praxis. So findet sich folgender Disclaimer in den Nutzungsbedingungen:
„Wir können auch Bewertungen von anderen bekannten Reisewebseiten anzeigen.“
Konkret handelt es sich um Bewertungen, die auf Booking.com abgegeben wurden. Diese Plattform gehört – wie Agoda – zum selben Mutterkonzern: der Booking Holdings. Bewertungen von Booking.com werden separat angezeigt. Der Bewertungsdurchschnitt fließt nicht in den Score von Agoda mit ein. Dasselbe gilt für Rezensionen auf anderen Plattformen.
Dieses „Spiegeln“ von Bewertungen ist gängige Praxis und auch rechtlich erlaubt. Allerdings gelten folgende Ausnahmen:
- Agoda darf keine externen Bewertungen spiegeln, die rechtswidrig sind. Ansonsten würde das Portal als Störer für den Rechtsverstoß haften.
- Wird eine rechtswidrige Bewertung vom externen Portal gelöscht, muss sie auch auf Agoda entfernt werden.
Wie wirken sich negative Agoda-Rezensionen aus?
Bewertungen haben – neben Faktoren wie der Verfügbarkeit und der Stornierungs-Rate – einen direkten Einfluss auf das Ranking. Sie entscheiden darüber, ob eine Unterkunft weiter oben oder weiter unten in den Suchergebnissen angezeigt wird.
Dazu kommt ein indirekter Einfluss. Auch die sog. Konversionsrate bestimmt das Ranking. Agoda definiert sie in den Nutzungsbedingungen als die „Anzahl Buchungen pro Plattformbesuchen“. Es liegt nahe, dass viele Gäste negative Bewertungen zum Anlass nehmen, keine Reservierung zu tätigen. Sie verlassen das Hotelprofil unverrichteter Dinge, was die Konversionsrate senkt. Unterkünfte werden also doppelt bestraft.
Der Effekt lässt sich statistisch belegen: Einer Studie der Hotelgruppe Accor nach berücksichtigen 97 % der Gäste Online-Bewertungen, bevor sie ihre Auswahl treffen. Bewertungen stellen damit den zweitwichtigsten Faktor bei der Entscheidung für oder gegen ein Hotel dar (Quelle: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung).
Selbst eine Bewertung von 7-8 (auf Agoda „sehr gut“) wird von vielen Reisenden kritisch gesehen. Die Folge: Unterkünfte erhalten weniger Reservierungen und müssen ggf. ihre Preise reduzieren, um mit besser bewerteten Konkurrenten mitzuhalten. Negative Bewertungen wirken sich daher nicht nur auf die Reputation und Sichtbarkeit, sondern auch auf den Umsatz aus.
Welche Bewertungen sind auf Agoda verboten?
Gäste haben das Recht, ihre Erfahrungen mit einem Hotel zu bewerten. Jedoch sind nicht alle Äußerungen auf Portalen wie Agoda erlaubt. Stattdessen müssen sich Rezensenten an die Bewertungsrichtlinien von Agoda und – noch entscheidender – an geltendes Recht in Deutschland halten. Folgende Bewertungen sind verboten:
Beleidigungen und Schmähkritik
Beleidigende Kommentare verstoßen nicht nur gegen die Agoda-Richtlinien, sondern auch gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht sowie §185 StGB. Das ist z. B. der Fall, wenn Hotelmitarbeiter mit Schimpfwörtern wie „Idiot“ oder „Trottel“ belegt werden.
Auch subtilere Äußerungen können verboten sein, wenn sie sich nicht auf einen Sachverhalt beziehen, sondern die Herabsetzung anderer zum Ziel haben. Dann spricht der Gesetzgeber von Schmähkritik. Diese fällt nicht mehr unter die Meinungsfreiheit nach Art. 5 GG.
Die Grenze zwischen zulässigen Meinungen und Schmähkritik kann nur individuell gezogen werden. So haben Gerichtsurteile bestätigt, dass Kritik harsch und polemisch formuliert werden darf – vor allem, wenn sich der Verfasser im Kampf um sein Recht befindet. Entscheidend ist im Bewertungskontext vor allem die Frage: Wird ein bestimmtes Verhalten kritisiert oder handelt es sich um eine pauschale Diffamierung?
So könnte folgende Äußerung noch erlaubt sein: „Die Hotelmitarbeiter sind unfähig, weil sie meine Buchung verlegt haben und ich das Zimmer nicht beziehen konnte.“
Würden die Mitarbeiter jedoch ohne Begründung als unfähig bezeichnet, dürfte die Grenze zur Schmähkritik überschritten sein. Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Artikel Was ist Schmähkritik – und welche Äußerungen fallen darunter?
Falsche Tatsachenbehauptungen
Viele Bewertungen spiegeln die subjektive Ansicht ihrer Verfasser wider. Sofern keine Beleidigung oder Schmähkritik vorliegt, müssen Hotels sie hinnehmen – auch wenn die Meinung negativ ausfällt. Beispiele wären Äußerungen wie:
- „Das Zimmer war mir zu klein.“
- „Das Badezimmer könnte einmal renoviert werden.“
- „Für den Preis ist die Ausstattung ungenügend.“
Diese Werturteile sind durch die Meinungsfreiheit geschützt. Sie müssen auch nicht begründet werden.
Anders präsentiert sich die Rechtslage, wenn konkrete, überprüfbare Tatsachen behauptet werden. Infrage kommen Aussagen wie:
- „In meinem Zimmer gab es Ungeziefer.“
- „Das Hotel verstößt gegen die Hygiene-Vorschriften.“
- „Die Rezeptionistin hat mich rassistisch beleidigt.“
- „Das Hotel hat meine Kreditkartendaten weitergegeben.“
Solche Aussagen sind geeignet, dem Ansehen von Hotels zu schaden. Sind sie nicht erweislich wahr, verletzen sie das Persönlichkeitsrecht und können den Straftatbestand der üblen Nachrede (§186 StGB) erfüllen. Weiß der Verfasser selbst, dass seine Behauptung unwahr ist, greift der Straftatbestand der Verleumdung (§187 StGB). Die Beweislast liegt beim Verfasser. Dieser muss – im Zweifelsfall vor Gericht – beweisen, dass seine ehrschädigende Behauptung auf Tatsachen beruht.
Bewertungen ohne Kundenkontakt
Wie bereits erwähnt, fallen Meinungsäußerungen in den Schutzbereich des Grundgesetzes (Art. 5 GG). Demgegenüber steht das Interesse von Unternehmen wie Hotels, nicht negativ bewertet zu werden. Dieses Interesse tritt regelmäßig gegenüber der Meinungsfreiheit zurück.
Allerdings müssen auch Meinungsäußerungen einen tatsächlichen Anknüpfungspunkt besitzen. Im Kontext von Online-Bewertungen heißt das: Nur Personen, die tatsächlich Kontakt mit einem Unternehmen hatten, dürfen dieses bewerten.
Nehmen wir z. B. an, ein Hotel hat eine anonyme 1-Sterne-Bewertung ohne Text erhalten. Eine solche negative Bewertung ist geeignet, dem Ruf des Hotels zu schaden. Das Problem: Da der Verfasser unbekannt ist, kann das Hotel nicht nachprüfen, ob es sich tatsächlich um einen Gast gehandelt hat. Auch ein Text, der Angaben zum Kontakt macht, fehlt. Ein durchschnittlicher Leser würde jedoch davon ausgehen, dass sich die Rezension auf Kundenkontakt bezieht – und nicht nur aufgrund von Hörensagen oder schlicht willkürlich verfasst wurde. Ohne tatsächlichen Anknüpfungspunkt ist die Bewertung rechtswidrig (vgl. LG Hamburg, Urteil vom 12.01.2018 – 324 O 63/17).
Fake-Bewertungen ohne Kundenkontakt stellen vor allem auf offenen Bewertungsportalen wie Google ein Problem dar. Dort können Rezensenten alle gelisteten Orte bewerten.
Agoda wiederum setzt Kundenkontakt voraus. Nur verifizierte Gäste, die eine Unterkunft auf Agoda gebucht und tatsächlich dort übernachtet haben, dürfen diese Unterkunft bewerten. Die Agoda-Richtlinien schreiben vor: „Eine Bewertung ohne Aufenthalt ist nicht möglich.“
Ebenso ist es verboten, in einer Bewertung die Meinung anderer Personen wiederzugeben. Bereits eine Aussage wie „meine Mutter hat in diesem Hotel übernachtet und war nicht zufrieden“ würde gegen die Agoda-Richtlinien verstoßen. Hat der Gast zwar ein Zimmer auf Agoda gebucht, aber seine Reise nicht angetreten, darf er ebenfalls keine Bewertung abgeben. In diesem Fall würde die eigene Erfahrung fehlen.
Dennoch gilt: Es ist denkbar, dass Gäste nicht im Hotel eingecheckt sind, aber trotzdem eine Bewertung abgeben – etwa aufgrund eines technischen Fehlers. Bestreitet das Hotel den Kundenkontakt, muss Agoda die Bewertung prüfen und den Kontakt nachweisen. Zu diesen Prüfpflichten des Portals kommen wir weiter unten im Detail.
Gekaufte Bewertungen
Wir haben bereits gezeigt, wie wichtig positive Agoda-Bewertungen für Gastgeber sind. Der Bewertungsdurchschnitt entscheidet maßgeblich über die Sichtbarkeit und kann den Unterschied zwischen Leerständen und voller Belegung ausmachen. Die Versuchung liegt daher nahe, den Durchschnitt künstlich zu verbessern – und zwar mit gekauften Bewertungen. Dabei bezahlen Hotels Rezensenten dafür, dass sie eine positive Bewertung hinterlassen.
Ein solches Vorgehen verstößt klar gegen Agodas Richtlinien. Hotels dürfen keine „Anreize im Austausch für Bewertungen anbieten“. Auch nach geltendem Recht in Deutschland sind gekaufte Bewertungen problematisch. Durchschnittsleser gehen davon aus, dass Bewertungen aus freien Stücken verfasst werden und die ehrliche Meinung des Verfassers wiedergeben. Veröffentlichen Hotels gekaufte Bewertungen, ohne diese klar zu kennzeichnen (etwa als „Werbung“), täuschen sie Verbraucher. Es liegt eine irreführende geschäftliche Handlung nach §5 UWG vor. Das gilt auch, wenn Rezensenten Voucher oder vergünstigte Angebote für ihre Bewertung erhalten.
Anstelle von gekauften Bewertungen schlägt Agoda andere Methoden vor, um mehr Bewertungen zu sammeln: Hotels können Gäste z. B. bitten, eine Bewertung zu verfassen, oder mit Plakaten, Schildern und Flyern auf die Bewertungsfunktion hinweisen. Diese Methoden sind rechtlich unbedenklich.
Allerdings findet sich im Agoda Partner Hub auch folgender Tipp:
„Eine einfache Möglichkeit, Bewertungen zu fördern, besteht darin, eine persönliche Notiz mit einem Willkommensgeschenk zu hinterlassen, in der Sie Ihrem Gast einen schönen Aufenthalt wünschen und ihn sanft daran erinnern, dass er seine Erfahrungen bitte auf Agoda bewerten soll.“
Willkommensgeschenke sind in dieser Form erlaubt. Doch Hotels sollten darauf achten, nicht die Grenze zur Bewertungsmanipulation zu überschreiten. Das könnte z. B. der Fall sein, wenn…
- explizit um eine positive Bewertung gebeten wird
- Hotels das Geschenk erst nach Abgabe der Bewertung aushändigen
- nicht alle, sondern nur ausgewählte Gäste das Geschenk erhalten
- Gäste unter Druck gesetzt werden, die Bewertung vor Ort abzugeben.
Unter Umständen wird ein solches „Review Gating“ – also der Versuch, nur positive Rezensionen zu erhalten – Hotels als irreführende geschäftliche Handlung ausgelegt. Auch der durch Agoda verbotene Punkt „Anreize für eine Bewertung“ dürfte dann erfüllt sein. Unterkünfte riskieren, dass ihr Konto von der Plattform gesperrt wird.
Interessenskonflikte
Zwar ist die Bewertungsfunktion auf der Agoda.com Website an Buchungen und tatsächlichen Aufenthalt gekoppelt. Trotzdem existiert Potenzial für Missbrauch.
Der Besitzer eines Hotels könnte beispielsweise selbst einen Gast-Account anlegen, ein Zimmer in seinem eigenen Hotel buchen und dieses bewerten. Dies ist technisch möglich. Jedoch liegt ein Interessenskonflikt vor – schließlich hat der Hotelbesitzer ein berechtigtes Interesse, sein Hotel möglichst positiv darzustellen. Andere Leser wiederum würden davon ausgehen, dass die Rezension von einem unvoreingenommenen Gast stammt. Darum besagen die Agoda-Richtlinien:
„Unsere Unterkunftspartner dürfen keine Beiträge im Namen von Gästen veröffentlichen.“
Ein weiterer Interessenskonflikt liegt vor, wenn das Hotel eines Konkurrenten bewertet wird. In diesem Fall besteht das Interesse darin, den Konkurrenten negativ zu präsentieren. Ein weiterer Grundsatz auf Agoda lautet deshalb:
„Versuche, die Bewertung eines Mitbewerbers durch Abgabe einer negativen Rezension zu senken, werden nicht toleriert.“
Solche Rezensionen verstoßen daneben gegen das UWG, wenn die behaupteten Tatsachen nicht erweislich wahr sind oder Verbraucher über die Verfasserschaft (unvoreingenommener Gast vs. Mitbewerber) getäuscht werden.
Weitere Verstöße
Auch die folgenden Inhalte sind auf Agoda.com verboten:
- obszöne oder sexuell explizite Sprache
- Diskriminierung
- Verweis auf illegale Aktivitäten
- Bewertungen, die sich auf die falsche Unterkunft beziehen
- Weitergabe persönlicher Informationen wie E-Mail-Adressen
- Nennen von konkreten Preisen
- Duplikate (erlaubt ist nur eine Bewertung pro Aufenthalt)
- Spam
Können Hotels auf Bewertungen antworten?
Wie auf den meisten Bewertungsportalen gilt: Hotels können die Bewertungen von Gästen kommentieren und eine Antwort verfassen, die dann öffentlich angezeigt wird. Dieses Vorgehen wird von Agoda empfohlen, um auf negatives Feedback zu reagieren. Natürlich gelten dieselben Regeln wie für Bewertungen: Antworten müssen mit Agodas Inhaltsrichtlinien konform sein. Beleidigungen, obszöne Sprache, die Weitergabe persönlicher Informationen etc. sind verboten. Agoda behält sich das Recht vor, Antworten bei einem Verstoß gegen die Inhaltsrichtlinien zu blockieren.
Ob sich eine Antwort empfiehlt, hängt vom Einzelfall ab. Auf der einen Seite stehen kurze Rückmeldungen wie ein Dank für die abgegebene Bewertung. Viele Gäste fühlen sich dadurch wertgeschätzt. Außerdem rät Agoda Hotels im Partner Hub: „Entschuldigen Sie sich, wenn es angebracht ist.“ Bei negativer, aber konstruktiver Kritik, die Sie nachvollziehen können, spricht nichts gegen eine Entschuldigung.
Zieht die Bewertung jedoch lediglich darauf ab, Ihrem Ruf zu schaden, führt eine Antwort selten zum Erfolg. Das Gegenteil ist der Fall: Haben Sie sich in der Antwort bereits positioniert, kann es schwierig oder gar unmöglich sein, die Bewertung zu entfernen. Unter Umständen räumen Sie Tatsachen ein, die in einem späteren Prüfverfahren gegen Sie verwendet werden.
Dazu kommt: Rezensenten können ihre Bewertung auf Agoda nicht ohne Weiteres ändern oder löschen – selbst, wenn sie es sich anders überlegt haben. Sie müssen sich dafür an den Support wenden, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. In vielen Fällen ist eine Antwort auf Bewertungen daher verschwendete Zeit. Stattdessen sollten Hotels negative, rechtswidrige Bewertungen löschen lassen.
Lässt sich die Bewertungsfunktion auf Agoda deaktivieren?
Eine Möglichkeit, die Bewertungsfunktion für das eigene Hotel auf Agoda zu deaktivieren, gibt es nicht. Damit bewegt sich Agoda im rechtlichen Rahmen. Unternehmen müssen sich online bewerten lassen. Dies wird zum einen durch die Meinungsfreiheit, zum anderen durch das öffentliche Informationsinteresse begründet. Kunden haben ein berechtigtes Interesse daran, Unternehmen wie Hotels zu vergleichen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Bewertungsportale spielen für die Entscheidung eine wichtige Rolle (vgl. OLG Hamburg, Urteil vom 18.01.2012 – 5 U 51/11).
Verboten werden dürfen daher nur konkrete, rechtswidrige Bewertungen – nicht pauschal die Möglichkeit, Bewertungen abzugeben.
Muss Agoda Rezensionen vor der Veröffentlichung prüfen?
In Agodas Nutzungsbedingungen findet sich folgender Disclaimer:
„Die in den Beiträgen geäußerten Meinungen sind die der Agoda-Kunden und -Unterkünfte und nicht die von Agoda. Agoda übernimmt keine Verantwortung oder Haftung für Bewertungen oder Antworten darauf. Agoda ist ein Vermittler (ohne jegliche Verpflichtung zur Überprüfung) und nicht der Herausgeber dieser Kommentare und Antworten.“
Damit bewegt sich Agoda (teilweise) im rechtlichen Rahmen. Mehrere Gerichtsurteile haben bestätigt:
- Bewertungsportale haften nicht für die Beiträge ihrer Nutzer, solange sie diese Beiträge nicht inhaltlich bearbeiten.
- Eine Prüfung von Bewertungen vor der Veröffentlichung ist Portalen nicht zuzumuten.
- Agoda muss beispielsweise nicht überprüfen, ob eine Bewertung Beleidigungen, Schmähkritik oder falsche Tatsachenbehauptungen enthält.
Dennoch ist Agodas Disclaimer irreführend. Das Portal muss Beiträge überprüfen, wenn diese als rechtswidrig gemeldet werden – und im Fall eines Rechtsverstoßes löschen. Es handelt sich nicht, wie gerne suggeriert, um einen Service aus Kulanz, sondern eine rechtliche Vorgabe. Kommt Agoda seiner Prüfpflicht nicht nach oder löscht es eine Bewertung trotz Rechtsverstoß nicht, haftet das Portal als Störer. Es ist dann für den Rechtsverstoß verantwortlich.
Genau diese vom Gesetzgeber vorgeschriebene Prüfpflicht können Sie nutzen, um Bewertungen löschen zu lassen.
Wie lassen sich Bewertungen auf Agoda löschen?
Um Bewertungen zu löschen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können sich entweder direkt an den Support des Bewertungsportals wenden oder einen Anwalt mit der Löschung beauftragen.
Meldeformular von Agoda nutzen
Als Hostprovider ist Agoda verpflichtet, auf die Beanstandung von Bewertungen zu reagieren. Dafür hat der Agoda-Support ein eigenes Meldeformular bereitgestellt. Partner finden es sowohl auf der Website als auch in der App.
Dort müssen Sie angeben, warum die Bewertung zu löschen ist – beispielsweise aufgrund eines Richtlinienverstoßes oder aufgrund rechtswidriger Inhalte. Auch Dokumente, die den Rechtsverstoß darlegen, können angehängt werden.
Wichtig: Damit die Prüfpflicht von Agoda ausgelöst wird, müssen Hotels den Rechtsverstoß ausreichend konkret formulieren. Eine Begründung wie „die Bewertung verstößt gegen geltendes Recht“ genügt nicht. Dies kann für juristische Laien eine Herausforderung darstellen.
Einen Anwalt mit der Löschung beauftragen
Nicht immer führt das Meldeformular von Bewertungsportalen zum gewünschten Resultat. Unserer Erfahrung nach reagieren Portale oft nur schleppend oder überhaupt nicht auf die Anfragen von Nicht-Juristen. Argumentieren Hotels bei der Darlegung des Rechtsverstoßes falsch, kann sich das Prüfverfahren deutlich verzögern. So lange bleibt die negative Bewertung online und schadet Ihrem Ruf.
Unser Tipp lautet daher: Nehmen Sie rechtliche Hilfe in Anspruch! Als Rechtsanwaltskanzlei für IT- und Medienrecht wissen wir genau, welche Bewertungen auf Agoda verboten sind. Wir vertreten Sie gegenüber dem Portal und setzen durch, dass Agoda seine Prüfpflichten erfüllt. Dabei nutzen wir das auf geltender BGH-Rechtsprechung beruhende Notice-and-Takedown-Verfahren. Wird eine Bewertung als rechtswidrig gemeldet, muss das Portal sie prüfen – und beispielsweise eine Stellungnahme vom Rezensenten verlangen. Geschieht dies nicht oder wird die Bewertung trotz Rechtsverstoß nicht gelöscht, können wir weitere juristische Schritte für Sie ergreifen.
Sie möchten eine rechtswidrige Bewertung auf Agoda zuverlässig entfernen lassen? Dann kontaktieren Sie uns noch heute und profitieren Sie von unserer kostenlosen Erstberatung. Unser Team freut sich auf Ihre Anfrage.
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